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Susanne in der Wanne – das etwas andere Weihnachtsgedicht

Heute haben wir euch ein uraltes Weihnachtsgedicht ausgegraben. Die Dichterin oder der Dichter ist nicht überliefert. Wir haben das Gedicht hier für euch aufgeschrieben, damit es nicht in Vergessenheit gerät.

Suschen in der Badewanne – ein Weihnachtsgedicht

Quitschvergnügt in der Badewanne
Sitzt die kleine, blonde Susanne.
Schäkert und spritzt ein Meer
– eine ganze Sintflut um sich her.

Mama wird schon böse: „Na warte, du Schlingel!“
Rrrrrrrrrr – geht draußen die Klingel!
„Ach, es klingelt auch immer grade,
wenn ich klein Suschen bade“

„Sei hübsch lieb, mein Herzblatt, ja?
Gleich ist die Mutti wieder da!
Doch fass mir da oben die „Klingel“ nicht an –
Das ist die Glocke zum Weihnachtsmann!“

Hängt von der Decke an dicken Schnüren,
da darf beileibe kein Kind dran rühren.
Sie geht und Suschen, die nun allein,
wäscht ihre Seife, bis sie ganz klein,

Reißt das Badelaken vom Tisch hinunter
und schleift‘s durch alle Pfützen munter.
Doch endlich wird ihr die Sache zu dumm,
sie dreht sich energisch zur Türe herum.

„Mama, Mama – du sollst jetzt kommen,
Suschen ist jetzt genug geschwommen!“
Doch alles bleibt still!
Und oben – hängt der blitzeblanke Griff.

Suschen denkt, wenn man doch nur ein gaaanz klein wenig dran zieht
Ob der Weihnachtsmann dann wohl durch die Türspalte sieht?
Dann könnt ich ihm das gleich sagen –
wegen dem Ball und dem Puppenwagen!!

Sie steht auf…
greift mit den dicken Patschefingern hinauf und… zieht!!!

Doch denkt euch Kinder, was da geschah:
Es rieselt, es sprudelt, es saust und es braust – huh und so viel – huh und so kalt
Suschen die schreit, dass es häuserweit schallt!
Mama kommt gestürzt, Mama kommt geflogen –
Suschen, mein Gott, hat die Brause gezogen!

Sitzt in der Wanne zu Tode erschrocken
Wasser im Näschen, im Ohr in den Locken!
Schluchzt – während sie fasst in Tränen zerfließt –
„Der Weihnachtsmann hat mich mit Wasser begießt –
Und ich hab doch nur ganz klein wenig geschellt
Und noch gar nichts bei ihm bestellt!!“

Hat das Gedicht euch gefallen? Ihr kennt auch noch vergessene Schätze? Dann teilt sie mit uns!

Bis morgen!

Euer fif-Team

13 Kommentare

  1. Avatar

    Es ist toll,dass ich dieses Gedicht wiedergefunden habe.
    Mittlerweile bin ich sechsundsiebzieg Jahre,denn genau dieses, mit diesem Text habe ich am
    Heiliegen Abend 1945 im Familienkreis aufsagen müssen.
    Ich erinnere mich noch heute gern daran.
    Ich sage danke und wünsche allen ein friedvolles Weihnachtsfest.
    Gruß:von Berthold Schroeder

    • Familien in Findorff e.V.
      Familien in Findorff e.V. 21/12/2015 um 17:59 Antworten

      Liebe Frau Schroeder,

      wie schön, dass Ihnen unser kleines Weihnachtsgedicht eine Freude machen konnte. Wir alle haben unsere ganz persönlichen Erinnerungen an Weihnachten. Und diese sind es schließlich, die uns alle an den Weihnachtstagen eint.

      Wir wünschen Ihnen ein Frohes Fest.

      Familien in Findorff e.V.

  2. Avatar

    Dieses Gedicht hat meine geliebte Oma mir als kleines Kind jedes Jahr zur Advent zeit erzählt eine wertvolle Erinnerung aus meiner Kindheit

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    Auch ich habe das Gedicht als Kind auswendig gelernt. Durch Zufalll habe ich heute mein Lieblingsgedicht wieder gefunden.Vielen Dank dafür.

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    An Fam. in Findorff

    Sehr geehrte Damen,

    ich habe mich sehr gefreut, heute das Original von Susanne in der Badewanne, bei Ihnen zu finden.
    Ich wollte es gern für meine Schwester ausdrucken, da sie es 1956 aufsagen musste. Leider
    konnte ich es nicht ausdrucken. Ich bitte Sie ganz herzlich, mir eine Kopie zu senden.
    meine Mail-Adresse: gabi.a.wagner@gmail.com oder Gabi Wagner, Wichmannstr. 23, 10787 Berlin
    herzlichen Dank im Voraus

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    Über das Gedicht habe ich mich wahnsinnig gefreut. Meine Mutter (vor ca. 100 Jahren geboren) hat uns Kindern dieses Gedicht jedes Jahr in der Weihnachtszeit aufgesagt, und wir haben es geliebt. Irgendwie ist es im Lauf der Zeit in Vergessenheit geraten, aber es hier zu finden, hat mich sehr berührt, weil es auch gerade im Dezember eine Erinnerung an meine vor vielen Jahren verstorbene Mutter ist.
    Vielen Dank!

  6. Avatar

    Meine Mutter (Jg. 40) hat mir (Jg.62) dieses Gedicht jeden Samstag beim baden vorgetragen, ich hab es also gar nicht mit Weihnachten verbunden, für mich war es das Badewannengedicht. Irgendwann hab ich meine Oma gebeten es mir aufzuschreiben.

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    Hohoho,
    Mir fehlten nur noch ein paar kleine Details zu diesem süüüsen Gedicht. Bin selber Jahrgang 64 und habe es von meiner Oma gehört.

    War eine schöne Zeit. Ich freue mich es nun wieder vollständig weitergeben zu können.

    Ich wünsche eine schöne Weihnachtszeit

    Astrid

  8. Avatar

    Unter Tränen lese ich dieses Gedicht. Auch meiner Cousine, meinem Cousin und mir hat meine Oma immer dieses Gedicht vorgetragen. Weder meine Mutter, noch meine Tante konnten sich an den Text erinnern.
    Ich habe vor einigen Jahren im Netz danach gesucht, aber es nicht gefunden. Heute Morgen hatte ich ein paar Minuten übrig und habe erneut recherchiert. …und da ist es. Vielen Dank. Das ist ein wundervolles Vorweihnachtsgeschenk.

  9. Avatar

    Ich arbeite im Altenheim und dort hat es eine alte Dame am Heiligen Abend aufgesagt , ich kannte es nicht , fand es so schön und freue mich das ich es gefunden habe bei euch und werde ihr das ausdrucken. Liebe grüße Melanie

  10. Avatar

    Meine Schwägerin hat mir das Gedicht vor über 30 Jahren vorgetragen und es hat mich sehr amüsiert. Heute kam ich irgendwie im Gespräch mit meinen inzwischen verwitweten Bruder auf das Gedicht zu sprechen und meine Mutter(92) wollte natürlich das ihr unbekannte Gedicht kennen lernen. Ich kannte zwar den Inhalt aber das Gedicht hab ich nie gelernt, deshalb suchte ich im Netz und siehe da, trotz falschen Namens, ich hatte Sabinchen in Erinnerung, stieß ich beim ersten Versuch auf diese Seite. Ich danke vielmals und meine Mom hat sich köstlich amüsiert. Dieses mal werde ich es mir allerdings sichern und meine 5 Enkel werden es spätestens zur Weihnachtszeit auswendig lernen 🙂 Herzlichen Dank für die Mühe ein solches Schmuckstück sollte nicht verloren gehen.

  11. Avatar
    Christine Heidegger 21/11/2019 um 22:22 Antworten

    Danke! Unsere Mathe-Professorin Dr. Marie Berkovic ließ sich einmal erweichen, uns 17-jährigen Mädchen dieses Gedicht theatralisch vorzutragen. Das ist fast 50 Jahre her und ich freue mich, das Suschen – Gedicht wiedergefunden zu haben.
    Mit lieben Grüßen aus Bregenz
    Christine H.

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