Angebote zur Umsetzung der pädagogischen Ziele

Unsere pädagogischen Ziele setzen wir mit unterschiedlichen Aktionen und Aktivitäten in den Kindergruppen um. Wir wollen Ihnen einen Eindruck davon geben, mit welchen Methoden und Strukturen wir ihre Kinder fördern und entwickeln.

Der Tagesablauf in den Kindergruppen lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen. Jede Gruppe hat dafür einen eigenen Ablauf entwickelt und plant zusätzlich über das Jahr verschiedene Angebote und Aktionen. In Teambesprechungen tauschen wir uns über die Planung aus und evaluieren dabei die Umsetzung unserer pädagogischen Ziele.

5.1. Freispiel:

(umfasst die Bereiche Spiel und Phantasie, Bauen und Gestalten, Körper und Bewegung, Rhythmik und Musik, sprachliche und nonverbale Kommunikation, soziales Lernen, Kultur und Gesellschaft)

Dies ist die Zeit zwischen dem Ankommen der Kinder morgens und dem Frühstück, zwischen den Mahlzeiten und den Aktivitäten und Angeboten Drinnen und Draußen.

Funktionen des Freispiels:

Im Freispiel können die Kinder selbständig und selbstbestimmt Kontakte und Spielabläufe herstellen, durchführen und beenden.
Sie können aus der eigenen Motivation heraus Zeit und Raum nutzen, um sich motorisch, emotional und sozial auszuprobieren.
Die Kinder lernen im Freispiel von- und miteinander.
In Rollenspielen und den daraus resultierenden Auseinandersetzung mit dem sozialen Umfeld verarbeiten die Kinder Erfahrungen und lernen, sich in ihrer unmittelbaren Lebenswelt zu orientieren.
Durch das Wahrnehmen und Äußern der eigenen Gefühle und Bedürfnisse werden die Kinder langsam an reale Enttäuschungen herangeführt. Sie lernen im Kontakt mit anderen Kindern Kompromisse einzugehen. Dabei werden sie von den Pädagoginnen einfühlsam unterstützt.
Im Freispiel experimentieren die Kinder mit den gesellschaftlich vorgegebenen Rollen und können dabei spielerisch bekannte Muster durch neue ersetzen.

Kinder spielen ernsthaft, es ist ihre Art, die Welt in der sie leben zu erfassen, um für sich Handlungsstrategien zu erproben, zu verwerfen und um ihre Gefühle und Erfahrungen zu verarbeiten. Das Spiel des Kindes ist gleichbedeutend mit der Arbeit des Erwachsenen und es verdient die gleiche Wertschätzung. Arbeitsfähigkeit und auch die Arbeitshaltung im späteren Leben werden im kindlichen Spiel vorbereitet.

Zu Anfang eines Kindergartenjahres, mit einer neuen Gruppe, ist eine intensive Unterstützung und Anleitung im Freispiel notwendig, damit individuelle Entscheidungs- und Entfaltungsprozesse gelingen können. Hier ist das wichtigste Instrumentarium die Beobachtung. Mit Interaktionsbeobachtungen werden Verhaltensstrategien und gruppendynamische Prozesse analysiert. Wichtig für alle Kinder ist das Gefühl, es ist jemand da, zu dem ich kommen kann, der mich beschützt, unterstützt und Zeit für mich hat. Ziel ist es, dass die Gruppe lernt, sich selbst zu tragen. Die BetreuerInnen greifen nur ein, wenn es erforderlich ist und Konflikte nicht alleine gelöst werden können.

5.2. Stuhlkreis:

(umfasst die Bereiche Rhythmik und Musik, Körper und Bewegung, sprachliche und nonverbale Kommunikation, soziales Lernen, Kultur und Gesellschaft)

Im Stuhlkreis kommt die Gruppe zusammen. Das gemeinsame Erleben und die Kommunikation stehen im Vorderrund. Jede Kindergruppe plant ihre Stuhlkreise im Tagesablauf. Daher können sie zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden. In der Regel findet der Stuhlkreis nach dem Frühstück und /oder als Abschlusskreis kurz vor dem Abholen statt.

Funktionen des Stuhlkreises:

Im Stuhlkreis kommen die Kinder zu Wort. Sie erweitern ihren Wortschatz und ihre Kommunikationsfähigkeiten und lernen sich in der Gruppe auszutauschen. Die Kinder äußern Konflikte, Erlebnisse und auch Ängste verbal und teilen sie mit der Gruppe. Dabei lernen sie auch, andere Kinder aussprechen zu lassen.
Die Kinder lernen, einem Gedankengang konzentriert zu folgen und zuzuhören und das Gehörte umzusetzen.
Im Stuhlkreis wollen wir das Selbstbewusstsein der Kinder fördern.
Die Kinder üben, ihre Gefühle wahrzunehmen und zu äußern und ihre Meinungen zu vertreten aber gleichzeitig auch, andere Kinder und ihre Meinungen zu akzeptieren und zu verstehen.
Durch den Austausch und gemeinsame Aktivitäten mit den anderen und der Bestätigung der eigenen Position in der Gruppe werden das Gruppengefühl und die Identifikation mit der Gruppe gestärkt.

Zu Beginn ist meist eine Regelung durch die Fachkraft nötig, sie führt Gesprächsregeln ein und achtet auf ihre Einhaltung. Im weiteren Verlauf des Kindergartenjahres sind die Kinder dann nach und nach in der Lage, eigenständig Gesprächsverlaufe zu entwickeln und die Regeln miteinander zu befolgen.

Die Angebote im Stuhlkreis sind entsprechend vielfältig. Die gemeinsame Zeit kann z.B. genutzt werden für:

  • ✿ gemeinsames Singen
  • ✿ Vorlesen von Büchern und Erzählen von Geschichten
  • ✿ Stuhlkreisspiele (wie z.B. Stille Post, Wahrnehmungsspiele etc.)
  • ✿ Ausblick auf geplante Tagesaktivitäten
  • ✿ Individuelle Beiträge der Kinder
  • ✿ Klärung von in der Gruppe aufgetretenen Missverständnissen

5.3. Turnen, Tanzen und Bewegung:

(umfasst die Bereiche Rhythmik und Musik, Körper und Bewegung, Spiel und Fantasie, sprachliche und nonverbale Kommunikation)

Unsere Turn- und Bewegungsangebote geben den Kindern Bewegungsmöglichkeiten und Aufgaben, die ihre kindliche Entwicklung fördern und ihr körperliches Empfinden positiv stärken und damit auch ihr Selbstbewusstsein. Bewegung ist die Grundlage für die Wahrnehmung und schult alle Sinne. Altersgerechte Bewegungsangebote fordern das Kind und unterstützen so seine psychomotorische Entwicklung.

Die Bewegungsangebote umfassen:

  • ✿ Körpererfahrung
  • ✿ Körpergeschick
  • ✿ Bewegung nach Musik
  • ✿ Entspannungsübungen
  • ✿ Übungen zu verschiedenen Sinneswahrnehmungen.

Eine elementare Sinneserfahrung ist es z.B., mit einer Gruppe in einen reizarmen Raum zu gehen. Die Kinder nehmen sich und ihre körperlichen Beziehungen zueinander fast ausschließlich und dadurch anders und verstärkt war. Körperliche Bewegung (nicht nur beim Turnen) entwickelt nicht nur bessere, physische Handlungsmöglichkeiten, sondern wirkt sich auch auf sämtliche andere Lebens- und Entwicklungsbereiche aus.

5.4. Bewegung auf dem Spielplatz:

(umfasst die Bereiche Körper und Bewegung, Spiel und Fantasie, sprachliche und nonverbale Kommunikation, soziales Lernen, Kultur und Gesellschaft, Bauen und Gestalten, Natur, Umwelt und Mathematik)

Kinder wollen sich bewegen und suchen dafür ihre Freiräume. Die Spielgeräte auf dem Spielplatz sind extra für diese Altersstufe entwickelt und tragen zu Spiel- und Bewegungsentwicklung bei. Die motorische Betätigung ist notwendig für die Bildung von bestimmten, altersspezifischen Sinneseindrücken, die im Gehirn verarbeitet werden müssen und dadurch eine wesentliche Voraussetzung schaffen für die Ausbildung weiterer, darauf aufbauender Lernprozesse.

Klettern, Toben, Balancieren, Schaukeln, Rutschen, sich hinter Sträucher und Bäumen verstecken, im Sand buddeln, Matschen“, Erde riechen, Würmer beobachten usw. gehören zu den wichtigsten Bausteinen kindlicher Entwicklung.

Unsere Aufgabe ist es, die Kinder nicht nur zum Handeln zu ermutigen, sondern auch ihr Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten zu stärken.

Unsere Gruppen in der Herbststraße nutzen den Spielplatz in der Herbststraße und den Bürgerpark. Außerdem besuchen sie unsere 2012 eröffnete Einrichtung in der Theodor-Heuss-Allee, die über ein eigenes kindgerechtes Außengelände und einen Bewegungsraum verfügt.

5.5. Geplante Aktivitäten und Angebote:

(umfassen die Bereiche Rhythmik und Musik, Bauen und Gestalten, Natur, Umwelt und Technik, Körper und Bewegung, sprachliche und nonverbale Kommunikation, Spiel und Fantasie, soziales Lernen, Kultur und Gesellschaft)

Vorstrukturierte Aktivitäten und Angebote sind eingebunden in den Tagesablauf und die Jahresplanung. Dazu gehören u.a. die Gruppenthemen und -projekte, Rituale im Jahresablauf und auch situationsorientierte Anlässe. Dabei werden Themen, die aktuell die Kinder bzw. die Gruppe beschäftigen aufgegriffen, aufgearbeitet und in den pädagogischen Alltag eingebunden.

Wir planen unsere Aktivitäten und Angebote im Voraus. Das umfasst einerseits die methodische Vorbereitung unter Berücksichtigung von pädagogischen Zielen und andererseits die Bereitstellung und Vorbereitung der notwendigen Materialien. Wir achten auf altersgerechte Angebot, die die Gruppe fördert ohne zu überfordern und auch individuellen Stärken und Schwächen, zeitlicher Umfang und mögliche Hilfestellungen berücksichtigt.
Die geplanten Aktivitäten und Angebote verfolgen unterschiedliche Ziele:

Umgang mit verschiedenen Materialien:

(Bauen und Gestalten, Natur, Umwelt und Mathematik, Körper und Bewegung)

Die Kinder erfahren die unterschiedlichen Materialien mit allen Sinnen.
Farben und Formen schulen die visuelle Wahrnehmung
Die Beschaffenheit von Materialien wie z. B. Moosgummi, Teig (beim Backen), Papier, Klebstoffe, Knetgummi, unterschiedlichste Naturmaterialien usw. spricht den Tastsinn an
Manche Aktivitäten fördern den Geruchs- und Geschmackssinn
Musik, Klänge und Geräusche stimulieren die akustische Wahrnehmung und das Rhythmusgefühl und regt die Kinder zu spontanen Handlungen an.(z.B. bei Erfahrung m
Der Umgang mit Materialien regt die Kreativität an
Die Kinder nehmen ganz intensiv ihre Umgebung wahr.

Grob- und Feinmotorik:

Die Kinder entwickeln im Umgang mit verschiedenen Materialien und entsprechenden Hilfsmitteln wie z.B. Schere, Stifte, Pinsel usw. ihre Fähigkeiten und verbessern ihre Kopf- und Handkoordination, z.B. um einen Stift mit genügend Druck zu benutzen oder eine Schere richtig zu halten.
Außerdem lernen die Kinder , dass ihnen bei einer Beschäftigung in der Gruppe am Tisch nur begrenzter Raum zur Verfügung steht, d.h. Bewegungen müssen so koordiniert werden, dass sie das Kind selbst und andere nicht behindern bzw. stören.

Sprache, Merkfähigkeit und Konzentration:

Die Kinder benötigen bei den Aktivitäten und Angeboten Konzentration und Merkfähigkeit, um den Anleitungen der Pädagoginnen zu folgen.
Sie müssen verschiedene Arbeitsschritte erlernen und in richtiger Reihenfolge abrufen, z.B. ein Ablauf beim gemeinsamen Kochen oder Backen.
Die Kinder müssen Regeln und Strukturen bei angeleiteten Spielen erlernen und erfassen.
Bei den Aktionen führt die pädagogische Fachkraft neu Begriffe ein und fördert mit kleinen Aufgaben die Entwicklungen der Kinder. Diese setzen dieses neuerworbene Wissen mit Unterstützung um.

5.6. Ausflüge, Ausreisen und Übernachtungen:

(umfasst die Bereiche Körper und Bewegung, Spiel und Fantasie, sprachliche und nonverbale Kommunikation, soziales Lernen, Kultur und Gesellschaft, Natur, Umwelt und Mathematik, Bauen und Gestalten, Rhythmik und Musik)

Wir unternehmen mit den Kindern Tagesausflüge und einmal im Jahr übernachten die Kinder in ihren Kindergruppen. Dieses gemeinsame Erlebnis schafft Verbindung untereinander und stärkt gleichzeitig das Selbstvertrauen.

Für die Kindergartenkinder ist die gemeinsame Übernachtung im Gruppenraum eine Vorbereitung für die jährliche Ausreise. Für die Kinder bedeutet es einen großen Schritt und ein Höchstmaß an Vertrauen und Mut, sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Der Abschied von den Eltern, andere Gerüche, Geräusche und ein anderer Tagesablauf als gewohnt, fordert den Kindern sehr viel Kraft ab. Sie sammeln neue Eindrücke und erweitern ihren Horizont. Die Kinder erkennen neue Zusammenhänge und gleichen Erlebnisse mit Erinnerungen an frühere Eindrücke ab. („Da war ich mit Mama / Papa auch schon mal!“).

Die Kinder teilen ihre Gefühle und Ängste in der Gruppe. Manche Kinder wollen getröstet werden, andere Kinder spenden Trost. Alle sind füreinander da. Gemeinsam werden die Ängste bewältigt und die Kinder lernen miteinander. Unsere Aufgabe ist es diese Erfahrungen positiv zu gestalten.

5.7. Feste:

(Körper und Bewegung, Rhythmik und Musik, Spiel und Fantasie, sprachliche und nonverbale Kommunikation, soziales Lernen, Kultur und Gesellschaft, Bauen und Gestalten, Natur, Umwelt und Mathematik)

Feste sind etwas Besonderes und heben uns aus dem Alltag heraus. Gemeinsam planen wir und bereiten alles vor und so sind die Feiern wichtige Momente im Kindergartenjahr.

Mit den Kindern und Eltern gemeinsam erleben wir die traditionellen Höhepunkte (z.B. Faschings-, Oster- und Weihnachtsbräuchen; Geburtstage, Schulanfang usw.) und sorgen so dafür, dass diese Traditionen an die Kinder weitergegeben werden. Wir sind auch offen und neugierig für Traditionen und Bräuche aus anderen Ländern und vermitteln den Kindern die Vielfalt unserer Welt. Wir wollen Freude, Vorfreude und Spannung erleben, wir wollen gemeinsam Spaß haben, zusammen lachen und unbeschwert sein.