Pädagogische Leitgedanken

Seit Sommer 2005 gilt für alle Bremer Kindertageseinrichtungen der Rahmenplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich. Neben der Konkretisierung des Bildungs- und Erziehungsauftrages definiert der Rahmenplan einzelne Bildungsbereiche und beschreibt die Anforderungen, die der Bildungsarbeit aller Tageseinrichtungen im Lande Bremen zugrunde zu legen sind. Sie finden in vielfältiger Weise in unserer Konzeption diesen Rahmenplan umgesetzt, in unseren Leitgedanken und in der Beschreibung der Umsetzung unserer Ziele.

Die entwicklungspsychologischen Bedürfnisse der Kinder stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit, darunter verstehen wir die Bedürfnisse nach:

Liebe und Sicherheit
Wissen und Entfaltung im eigenen Tempo
Wertschätzung und Aufrichtigkeit

Daher ist es Ziel unserer pädagogischen Arbeit für die Kinder Handlungsspielräume und Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen, immer auch unter Berücksichtigung der Grenzen und Bedürfnisse anderer.

1.1. Familiäre Atmosphäre

Durch eine geschützte und geborgene Atmosphäre geben wir den Kindern einen Rahmen, in dem sie Stabilität erfahren und ihre Lernpotentiale entfalten können. Eine sichere Bindung zwischen Kindern und ihren Bezugspersonen ist für uns die Grundlage für diese Entwicklung. Wir unterstützen und begleiten Eltern (bzw. Bezugspersonen) bei diesem Bindungsprozess, zu dem auch Loslösung und Neuorientierung gehört.
Eine annehmende, offene und vertrauende Einstellung zum Menschen hilft uns gefühlsoffene und liebevolle Beziehungen zu den Kindern aufzubauen.

1.2. Geschlechts- und kulturspezifische Erziehung

Besonders wichtig ist in dieser Hinsicht auch der geschlechtsspezifische Aspekt. Wir streben ein ausgeglichenes Verhältnis von Jungen und Mädchen in unseren Gruppen an. Mädchen und Jungen haben die gleichen Rechte und Pflichten.

Für die pädagogischen Fachkräfte bedeutet dies bewusst und offen mit der unterschiedlichen Geschlechtlichkeit und Sexualität umzugehen. Sie setzen sich kritisch mit den geschlechtsspezifischen Rollen und Verhaltensmustern in unserer Gesellschaft auseinander und sind über kulturelle und ethnische Unterschiede informiert. Alle diese Überlegungen fließen dann in den pädagogischen Alltag ein.

Das Thema ist gerade in Kinderbetreuungseinrichtungen eine Herausforderung, in denen die Betreuung mehrheitlich (bzw. ausschließlich) durch weibliche Betreuungskräfte erfolgt. Wie z.B. identifizieren sich die Jungen und Mädchen in diesem Umfeld? Wir sind uns der besonderen Situation bewusst. Daher unterstützen wir unser pädagogisches Personal bei diesem Reflektionsprozess, indem wir die Thematik z.B. in den regelmässig stattfindenden Teamsitzungen aufgreifen.

Die Kinder sammeln bei uns Erfahrungen über ihre Rolle innerhalb der Gruppe. Wir wollen sie bei diesem Prozess begleiten, damit sie lernen, andere Menschen mit ihren Verhaltensweisen zu akzeptieren und mit sozialen Werten umzugehen. Sie gewinnen durch das Vorleben der Pädagoginnen ein Verständnis für Andersartigkeit in Bezug auf Sitten und Traditionen und erlernen offenes Interesse und Rücksichtnahme in Bezug auf soziale Herkunft, Religion und ethnische Zugehörigkeit.